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Elektroantriebe in Feuchträumen

Oft erreichen uns Anfragen, ob unsere Antriebe geeignet sind, um in Bädern für Lüftungszwecke eingesetzt zu werden.

Zunächst einmal möchte ich klarstellen, dass ein Wohnraumbad kein Feuchtraum, sondern im Sinne der VDE ein "Raum mit Badewanne oder Dusche" ist. Aber das beantwortet die Frage natürlich nicht. Unterscheiden wir also zunächst:

Wasser (Regen, Spritzwasser, ...), das von außen in den Antrieb eindringt und diesen schädigt

Hier reden wir über die Schutzart eines Antriebs. Also beispielsweise IP 20, IP 54 oder IP 65. Die letzte der beiden Ziffern (im Beispiel 0, 4 oder 5) sagt etwas über den Schutz gegen eindringendes Wasser von außen aus. Hier die Bedeutungen (unvollständige Liste):

0: kein Schutz

...

4: Schutz gegen Spritzwasser

5: Schutz gegen Strahlwasser

...

Wir geben bei unseren Produkten die Schutzart mit an. IP 65 bedeutet also beispielsweise, dass Sie durchaus mit einem Gartenschlauch kurzzeitig auf den Antrieb spritzen dürfen und dieser nicht kaputtgeht. Die Schutzart ist aber nicht das Kernproblem, sondern:

Kondensat, das sich im Innern des Antriebs bildet

Bei den technischen Daten der Antriebe gibt es hier immer wieder Hinweise darauf, dass die Luftfeuchtigkeit 80% relF nicht überschreiten und vor allem nicht kondensieren darf. Was bedeutet das also?

Die Luft im Innern des Antriebs ist immer die gleiche wie die den Antrieb umgebende. Eine hohe Schutzart, zum Beispiel IP 65, schützt den Antrieb nicht vor einem Luftaustausch mit der Umgebung. Das lässt sich nicht verhindern. Selbst über die Anschlussleitung findet ein Luftaustausch statt.

Sie kennen sicher den Umstand, dass sich an einer aus dem Kühlschrank genommenen Flasche feine Wassertropfen bilden. Die warme Raumluft kondensiert an der kalten Flasche und das in der warmen Raumluft enthaltene Wasser schlägt sich an der kalten Flasche nieder.

Warme Luft kann deutlich mehr Wasser aufnehmen als Kalte. Bei Wikipedia wird dieser Sachverhalt sehr gut beschrieben.

Spindelantriebe haben üblicherweise eine Aluschubstange, die sich bei geöffnetem Fenster draußen abkühlt und "Kälte in das Antriebsinnere" einbringt. Dadurch kann die warme Luft im Innern an der kalten Schubstange kondensieren. Dadurch bilden sich Wassertropfen, die den Antrieb zerstören.

Die Angabe "nicht kondensierende Luft" mit max. 80% relativer Luftfeuchte bedeutet also: Sie müssen dafür sorgen, dass Sie beim Duschen keine stehende nebelige Luft haben und - gerade wenn es draußen kalt ist - der Antrieb nicht auskühlt.

Erfahrungsgemäß treten im Wohnbereich sehr wenig Probleme mit verrosteten Antrieben auf. Im gewerblichen oder öffentlichen Bereich (Gemeinschaftsduschen in Turnhallen etc.) ist es in der Vergangenheit durchaus schon vorgekommen, dass Antriebe verrosten.

Unsere Empfehlung ist also:

Setzen Sie keine Kettenantriebe ein. Bei diesen läuft Wasser an der Kette ins Innere und zerstört den Antrieb innerhalb kurzer Zeit. Kettenantriebe haben keinen Schutz gegen eindringendes Wasser von außen.

Spindelantriebe im Wohnbereich machen sehr selten Probleme, sofern Sie diese auch benutzen und das Bad nach dem Duschen oder Baden auch wirklich lüften. Also kurzzeitig komplett öffnen und stoßlüften. Öffnen Sie die Lichtkuppel oder das Fenster nicht nur einen Spalt weit über längere Zeit, das wäre der falsche Weg.

Und nun noch das Wichtigste: Die Entscheidung, ober Sie einen Elektroantrieb ins Bad einbauen, müssen letztendlich Sie allein treffen. Korrodierte Antriebe sind immer von jeglicher Garantie oder Gewährleistung ausgeschlossen.

Tags: Technik

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